Burg Hohenfeld

Burg Hohlenfels erhebt sich seit über 650 Jahren auf einem Kalksteinfelsen mitten im Taunus. Die zum Tal hin gelegene Fassade des Bauwerks prägt das Bild des Schlosses. Die Sanierung der Fassade mit Trass-Kalk-Putzen hat sich seit fast 25 Jahren bewährt

Der aktuelle Burgherr Hanns Hemann war vor über 30 Jahren gerade in den noch bewohnbaren Teil der Burg Hohlenfels gezogen, als die 40 Meter hohe, südöstliche Schildmauer samt Zwingerturm einstürzte und weitere Teile der Burg mit in den Abgrund riss. Nachdem anschließend über fünf Jahre Arbeitskraft und Geld in die Sanierung investiert wurden, wurde deutlich, dass sich der anfängliche Zehnjahresplan zur Instandsetzung in ein Lebenswerk verwandelte. Heute sind viele Teile der Anlage saniert und nutzbar.

Mit dem neuen Burgherrn startet die Instandsetzung

 

Eigens für die Stadthalle kreierte die Ziegelei Hebrok aus dem niedersächsischen Hagen am Teutoburger Wald den Backstein Klinker „145 Sortierung Stadthalle Lohr“. Die im Wasserstrich­verfahren hergestellten Vollsteine besitzen einzigartige optische Charakteristiken, die jeden Stein zu einem Unikat machen. Hierzu gehören die prismatische Ausbildung der Form sowie ungleichmäßige Oberflächen mit produktionsbedingten Rillen, Aufrisse in Form von sogenannten Lunkern, unregelmäßige Kanten, Aufbrennungen und Einrisse auf den Fußseiten bis zur Hälfte des Steins. Das Vorkommen und die Häufigkeit dieser Eigenschaften sind im Produktionsprozess nicht steuerbar und daher nicht reproduzierbar. Sie stellen sich während des Pressvorganges der Steine zufällig ein und machen jeden Stein einzigartig. Die Klinker zeigen einen lehmig hell- bis beigeweiß-grauen Farbverlauf, der sich auf den Läufern durch leicht bis mittelstark changierende und auf den Köpfen durch eher einfarbige und beige-graue Nuancen auszeichnet. Die Farben verlaufen aquarellartig ineinander, wobei die hellen Farben die dunkleren braun-beige Töne leicht durchscheinen lassen, sodass sie das Weiß brechen.  

Mit Trass-Kalk wird die Fassade saniert 

 

Die Sanierungsarbeiten starteten mit einer Bestandsaufnahme von historischem Mauerwerk und Putz. Hierzu wurde das Institut für Steinkonservierung e.V. (IFS), Mainz, hinzugezogen. Bei der Auswahl der entsprechenden Materialien und Verfahren besaß das Landesamt für Denkmalpflege ein entscheidendes Mitspracherecht. Nachdem die Rezepturen für die Mörtel und Putze abgestimmt waren, konnten die Arbeiten beginnen.

Mitglieder des Fördervereins der Burg und Bauhelfer befreiten unter Beratung durch Spezialisten zunächst das stark geschädigte Mauerwerk von Putzresten und losen Fugenteilen, bevor sie die Flächen mit einem Hochdruckreiniger abstrahlten. Im Anschluss mauerten sie die geschädigten Mauerwerksbereiche mit Trass-Kalk-Mörtel aus und verschlossen die ausgeräumten Fugen ebenfalls mit einem entsprechenden Trass-Kalk-Produkt. Die anschließenden Arbeiten wurden von Fachhandwerkern übernommen.

Sie nässten die Fassade an und spritzen die erste Lage Putz maschinell auf. Der Trass-Kalk-Oberputz wurde mit einem Handfeger geebnet und zur Aufnahme einer zweiten Lage gleichmäßig aufgeraut. Dieses Verfahren gewährleistete eine gleichbleibende Schichtstärke von circa 10 Millimetern über die gesamte Fläche. Zudem blieb, wie von der Denkmalpflege gefordert, der Mauerwerksverlauf sichtbar. Diese erste Lage wurde dann über die nächsten Tage immer wieder leicht mit Wasser besprüht, um eine zu schnelle Austrocknung des frischen Putzes zu verhindern. Danach benötigte er circa 14 Tage zum Trocknen, bevor die zweite Lage aufgebracht werden konnte. Diese ebneten die Fachhandwerker zunächst und rieben sie dann mit einem feuchten Schwamm ab. Im Anschluss konnten sie mit einer feuchten, weichen Bürste die Feinstoffanreicherung abbürsten und gleichzeitig einen Teil der Körnung sichtbar machen. Vor dem abschließenden Trocknungsprozess wurden die Flächen dann noch einmal für mehrere Tage durch mäßiges Besprühen mit Wasser nachbehandelt.

Dieser Abschnitt der Fassadeninstandsetzung, erlebt bald sein 25-jähriges Jubiläum. Der Putzaufbau ist noch komplett in Takt. Es gibt einen Algenbefall unterhalb einiger Fensterläden an der wetterzugewandten Seite des Achteckturms sowie Ausblühungen und Salzablagerungen an einer Stelle im unteren Bereich des Mauerwerks, hinter dem sich direkt Felsgestein befindet. Besonders der Algenbefall ist dem Schiefstand des Turmes geschuldet. Durch die Schieflage kann das Wasser von den Eichen-Fensterläden und -Fensterbänken nicht wie erforderlich ablaufen und begünstigt so den Algenwuchs an den Putzflächen unterhalb der Fenster.  

Natürlich hydraulischer Kalk dient als Bindemittel

 

Im Jahr 2002 wurde der Innenhof des Schlossbereichs saniert - zum ersten Mal mit einem historischen Kalkputz mit natürlich hydraulischem Kalk als Bindemittel. Die Zusammensetzung des Putzes lässt sich in Bezug auf Eigenschaften wie Körnung und Farbe wesentlich genauer dem alten historischen Mauerwerk angleichen. Um ihn einzufärben, müssen keine Pigmente hinzugefügt werden, da farbige Sande eingesetzt werden. Zudem lässt er sich mit gezielter Wasseraufnahme und nicht nur in wasserabweisender Form herstellen. Die Putze benötigen an die 70 Tage Standzeit bis zur ausreichenden Karbonatisierung. Erst dann erreichen sie eine Festigkeit von ca. 2,0 N/mm². Mit den Arbeiten sollte also möglichst früh im Jahr begonnen werden, damit die Aushärtung vor Beginn der Frostperiode abgeschlossen ist.

Nach dem Innenhof wurden in weiteren Bauabschnitten die nächsten akut gefährdeten Bereiche wiederhergestellt. Nachdem die Arbeiten am Pallas, einem mittelalterlichen Teil der Burg, im Frühjahr 2011 abgeschlossen wurden, ist die Burg auch wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Bauen im Bestand | 2012

Sanierung wird zum Lebenswerk

Burg Hohlenfels erhebt sich seit über 650 Jahren auf einem Kalksteinfelsen mitten im Taunus. Die Sanierung der Fassade mit Trass-Kalk-Putzen hat sich seit fast 25 Jahren bewährt.

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